#5 Tipps für Hackathon Teilnehmer

#5 Tipps für Hackathon Teilnehmer

Nach circa einem Jahr Customer Development Mentoring für die Hackathons des next media accelerators habe ich viele verschiedene Ideen gehört und die unterschiedlichsten Menschen kennen gelernt. Dabei habe ich fest gestellt, dass es bei jedem Hackathon tatsächlich auf die Teamarbeit ankommt. Produktideen der Teilnehmer wiederholen sich bei nahezu jeder Veranstaltung und an einigen Ideen wird auch in verschiedenen Teams parallel getüftelt. Wer aber seine erste Idee am besten validiert und umsetzt, gewinnt am Ende den Hackathon. Dieses Gewinnen hängt von der Zusammenarbeit im Team und der Befolgung einiger wichtiger Tipps ab. Ich habe deshalb meine fünf besten Tipps für Hackathon Teilnehmer mit ersten Produktideen zusammen gefasst.

 

#1 Erste Annahmen direkt am Kunden / Nutzer validieren

Nach der ersten Idee sollten Teams Kunden und Nutzer besser kennen lernen. Das können dieselben sein, müssen aber nicht! Also Interviews führen, heraus finden wo bei Nutzern und/oder Kunden die Kernprobleme liegen, welche Motive und Hauptaufgaben sie täglich haben, was sie daran besonders nervt und welche Workarounds und größte Konkurrenten es schon gibt. Konkurrenten müssen nicht immer Produkte sein, sondern sind häufig auch selbstgebastelte, kostengünstige, schnelle Eigenlösungen, die Kunden oder Nutzer davon abhalten, neue Produkte zu nutzen, vor allem wenn sie dafür etwas bezahlen sollen.

 

#2 Get out of the building

Nicht im Raum bleiben und sich im Kreis drehen. Ähnlich wie bei Gruppenarbeiten in der Schule, macht es keinen Sinn die ersten zehn Stunden eines Hackathons nur zu diskutieren, kein Wort aufs Papier oder keinen Code in den Computer zu kriegen und sich gegenseitig Argumente an den Kopf zu hauen. Die Zeit ist knapp, 48 Stunden sind nicht lang. Deshalb rate ich Teams nach der ersten Kreativphase eines Produktentwicklungsprozesses, erst einmal das in der Startup Welt weit verbreitete „get out oft the building“ wahrzunehmen. Das ist quasi grundlegendes Element jedes guten Customer Developments und somit der Anfangsprozess der Lean Startup Methode. Damit ist aber nicht gemeint einfach wahllos auf der Straße Leute anzusprechen. Man muss sich schon genau überlegen, wo man potenzielle Nutzer oder Kunden - am besten beides - findet. Sind das B2B oder B2C Produkte? Finde ich Interviewpersonen online in Foren oder Facebookgruppen? Oder an bestimmten Orten in der Stadt? Sind das Studenten, die ich vor der Uni ansprechen kann? Oder Leute, die eh gerade auf den Zug warten und Zeit zu überbrücken haben. Sind das Leute in bestimmten Berufsfeldern, die ich über eine kurze LinkedIn Recherche ans Telefon kriege? Nicht den Fehler machen und nur für sich selbst oder das Team einen Prototyp bauen.

 

#3 Keine Angst vor Produktänderungen

Durch Interviews heraus zu finden, dass Kunden oder Nutzer ganz andere Probleme, Wünsche, Motive, Herausforderungen und Workarounds haben, ist nicht negativ, sondern kann Teams nur weiter bringen. Wenn man merkt, man liegt mit seiner Produktidee einen Wurf daneben, sollten Teams das Produkt nicht verwerfen oder unbedingt daran festhalten, sondern in die Richtung entwickeln, die sich in den Kundeninterviews abgezeichnet hat. Wenn ich bei 20 Interviews feststelle, Kunden erzählen mir in einem bestimmten Kontext immer wieder ein total nerviges Detail, baue ich darauf ein Produkt, während ich nicht validierte, eigene Annahmen wieder verwerfe. Viele Teams schauen leider viel zu oft durch die rosarote Produktbrille, sind von ihrer Lösung sehr überzeugt, schauen dann nicht mehr nach links und rechts und bauen am Kunden vorbei.

 

#4 Auf den Punkt kommen

Nicht so viel quatschen, machen! Aufgaben verteilen und dann produktiv weiter arbeiten.  Bei fast allen Hackathons sehe ich Teams, die am zweiten Tag immer noch darüber diskutieren was sie eigentlich machen wollen. Nach den Kundeninterviews Schritt für Schritt weiter am Prototypen arbeiten. Überlegen was man gut zeigen kann, es muss kein fertiges Produkt sein sein. Nicht einfach nur hacken, um etwas cooles zu bauen oder weil etwas geil aussieht. Lieber schnell eine Landingpage A/B testen um erste Kundenannahmen zu validieren. Dafür braucht man nicht Tonnen von Budget, sondern vielleicht nur mal ein paar Euro um Google AdWords zu schalten und hat vielleicht beim Pitch schon zahlende Kunden.

 

#5 Für den Pitch üben

Wenn man seine Idee immer wieder Leuten erklärt, wird man nach und nach automatisch auch immer besser darin. Wenn ich irgendwann selbst meiner Oma in einem Satz erklären kann, warum mein Produkt gut und sinnvoll ist, versteht auch jeder Zahnarzt ein Produkt für einen Handwerker. Man muss die Leute spüren lassen, worum es geht, was das größte Problem ist, dann versteht auch jeder die Lösung. Das gehört auch in einen guten Pitch. Also mit vielen Leuten sprechen, besser darin werden zu erklären was man tut, mein Produkt erst in zehn Minuten, dann in fünf, dann in drei, dann in einem Satz erklären können. Spätere Investoren wollen auch nicht erst 30 Minuten bla bla hören, warum etwas geil ist, die haben im Zweifel nur drei Minuten für einen Kaffee, wenn Du da Dein Produkt nicht richtig verstanden, den Nutzer vergessen, oder keine Ahnung hast, wie das mal Geld verdienen könnte, wird der Dir „Deine tolle Idee“ auch nicht abkaufen.

 

Auch mal mitmachen? Hier die nächsten Hackathon-Termine: http://www.nma.vc/nmahackathons/

Wer nicht weiss was ein Hackathon ist, hier die Beschreibung des www.nma.vc über den letzten Hackathon in Koop mit der dpa.

 

Was ist ein Hackathon? 

Bei einem Hackathon arbeiten Programmierer, Designer, Entrepreneure, Marketers, Bastler, Ingenieure und bei #tickertools auch Journalisten über mehrere Tage gemeinsam an einer Idee zu einem bestimmten Thema. Ein Geschäftsmodell, Logo und vielleicht schon ein erster Prototyp werden in kleinen Teams entwickelt und abschließend einer Jury vorgestellt.

Woher kommen die Ideen?

Zu Beginn der Veranstaltung kann jeder Teilnehmer seine Idee vorstellen. Wenn Du also jetzt schon eine spannende Idee zum Thema NEWS JOURNALISM hast, kannst Du diese vorstellen. Aber auch wenn Dir während der Ideenpitches spontan eine Idee kommt, immer her damit! Nach den Ideenpitches kann jeder Teilnehmer entscheiden, an welcher Idee er gerne arbeiten möchte. Anschließend werden Teams geformt.

Brauche ich eine Idee, um teilzunehmen?

Nein. Natürlich freuen wir uns, wenn so viele Ideen wie möglich zur Veranstaltung mitgebracht werden, aber Du kannst Dich selbstverständlich auch anderen Teams anschließen und an deren Ideen mitarbeiten. 

Was kostet mich das?

Unsere Hackathons kosten für Teilnehmer nichts.

Was muss ich mitbringen?

Einen Laptop, im besten Fall eine Idee und Motivation. Den Rest bekommst Du von uns! Du wirst über die drei Tage mit Essen und Getränken versorgt. Auch für Bier wird gesorgt sein, um das Gehirn zu späterer Stunde zu motivieren    

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